Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde unterwegs mit dem Eifelland Holiday
Wunderschön, die Saarschleife
Camping mit Hund Wandern mit Hund

Unterwegs im Traum(schleifen)land – Die Region Saar-Hunsrück

Manchmal fällt es mir sehr schwer, einen passenden Einleitungssatz für meinen Bericht zu finden. So auch heute, dabei möchte ich euch doch nur erzählen, dass wir eine wunderschöne Urlaubswoche im wunderschönen nördlichen Saarland verbracht haben, in der Region Saar – Hunsrück. Wir wollten wandern, dafür ist dieses Gebiet sehr bekannt. 111 Premiumwanderwege, die Traumschleifen, stehen dem Wanderer zur Verfügung. Einen Campingplatz hatten wir schnell gefunden da die Auswahl überschaubar war.

Der Campingplatz

So reisten wir am Samstag, den 27.5.2017 gegen Mittag bei 30 Grad in Weiskirchen an. Wir wurden sehr freundlich empfangen und konnten uns einen Platz aussuchen. Schattenplätze waren Mangelware. Nach einigen Überlegungen entschieden wir uns für einen Platz in der Nähe der Sanitäranlagen. Dass das Aufbauen bei 30 Grad keinen Spaß machte, muss ich sicher nicht erwähnen. Wir schafften es dennoch mit vielen Pausen und ließen uns erschöpft und verschwitzt in unsere Campingstühle fallen. Der Platzbetreiber kam kurze Zeit später und brachte uns ein kühles Getränk! Was für ein Service!

saarland -02703

Der Platz überzeugte durch seine Lage, seine Ruhe und das sehr sympathische Betreiberpaar, das für jedes noch so kleine Problem eine Lösung fand. Weniger überzeugen konnten die sanitären Anlagen, die waren zwar ordentlich, wurden aber leider nur unregelmäßig gereinigt. Zum Glück haben alle Camper sich sehr gut benommen (ihr wisst, was ich meine 😉 ), da haben wir schon anderes erlebt. Der Platz ist terrassenförmig angelegt und zum Teil sind die ausreichend großen Stellplätze durch Hecken abgetrennt. Das hat mir sehr gut gefallen. Die Ruhe war wirklich einzigartig! Außer Vogelgezwitscher hörte man fast gar nichts! Stopp! Das stimmt nicht, an einem Abend haben wir den Fuchs gehört, ein sehr eigenwilliges Geräusch, so ein krächzendes, heiseres, kurzes Bellen. Und an mehreren Abenden hörten wir immer wieder: „klong, klong, klong, klooong!“ Ich habe mehrere Minuten gebraucht, um herauszufinden, was das ist. Und auf einmal war es völlig klar: da wird Kniffel gespielt! 😄

Hier lernten wir den WC Tourismus kennen! Wir bemerkten irgendwann, dass zu bestimmten Tageszeiten immer die gleichen Autos Richtung Sanitäranlagen fuhren. Irgendwann fragten wir uns: „Was machen die da eigentlich?“ Schon bald wurde uns klar, das die Camper der abgelegeneren Stellplätze, die nicht gut zu Fuß waren, die Sanitärräume mit dem Auto anfuhren! Sei es zum Duschen, Chemietoilette leeren oder sonstiges. Das hatten wir so noch nicht erlebt, so lernt man eben immer dazu!

Zwei Traumschleifen führten direkt am Platz vorbei, der Hochwaldpfad und der Wildnistrail! Auf kurzen Stücken folgten wir beiden Wegen bei frühen Gassirunden an den heißen Tagen. Viele Pfade, immer wieder Bäche und herrliche, schattige Wälder bieten hier wirklich tolle Wandermöglichkeiten, direkt vom Campingplatz aus.

Weiskirchen

Von diesem Ort hatte ich vorher noch nie gehört, dabei ist die  Gemeinde Weiskirchen ein „heilklimatischer Kurort der Premiumklasse“! Nur 15 weitere Kurorte in Deutschland dürfen stolz auf diese Auszeichnung sein. Zusätzlich ist Weiskirchen anerkannter Kneipp Kurort und es gibt die Hochwald Kliniken, eines der führenden Rehabilitationszentren in Südwest – Deutschland. Dies alles erfuhren wir durch Infomaterial aus der gut sortierten Touristeninformation im Ort. Direkt gegenüber gab es eine Eisdiele, die wir natürlich testen mussten. Einige kleine, feine Geschäfte bereichern das Stadtbild und verhungern muss auch niemand, es gibt einiges an kulinarischer Auswahl. Ob Döner, Pizza, Chinesisch oder gut bürgerlich, für jeden sollte sich hier etwas finden. Der Kurpark im Ort ist sehr schön angelegt, wir sind vom Campingplatz aus an einem Nachmittag zu Fuß hinunter gelaufen.

Meine erste Traumschleife: der Cloef Pfad

Bei moderaten Temperaturen machten wir uns auf den Weg Richtung Mettlach, genauer gesagt nach Orscholz. Wir fanden problemlos den ausgewiesenen Parkplatz, der in direkter Nähe zum neu erbauten Atrium lag. In dem Besucher- und Tagungszentrum gibt es die Touristeninformation, eine ansprechende Gastronomie (die wir am Ende der Tour getestet haben), und eine Lokalität für Feste und Feiern. In direkter Nähe befand sich der Eingang zum Baumwipfelpfad. Für 10 Euro Eintritt konnte man dem rollstuhlgerecht ausgebauten Weg über den Wipfeln der Bäume folgen. Hunde sind nicht erlaubt, also kam das gar nicht in Frage. Aber auch ohne Hunde hätten wir sicher verzichtet.

Da wir den Blick auf die Saarschleife erst zum Schluss genießen wollten, starteten wir entgegen dem Uhrzeigersinn. Im Traumschleifenführer wird die Tour wie folgt beschrieben:

„Der Cloefpfad führt spektakulär durch das Relief des Nationalen Geotops Saarschleife. Der hohe Anteil schmaler Wege und Pfade erzeugt Abenteuercharakter. Der Aufstieg im Steilhang erfordert Trittsicherheit und gute Kondition. Überwältigende Aussichten, Gewässer, Felsen und das schluchtartige Steinbachtal lassen keine Wünsche offen!“

Dem ist nichts hinzuzufügen! Es war eine grandiose Tour! Geschwitzt haben wir trotzdem ganz fürchterlich! Die Streckenangabe gibt 8,5 Kilometer vor, wir liefen knapp 10. Immer wieder kreuzten Bäche unsere Wege. Der Wald zeigte seine unterschiedlichsten Seiten.  Anfangs hatte ich  Bedenken, ob unsere 13-jährige Leika diese Tour ohne Probleme schaffen würde, da sie in den letzten Wochen ein wenig lauffaul  war. Anfangs hatte sie wenig Lust, doch mit der Zeit lief sie immer besser und den Schlussanstieg hat sie mich quasi hinauf gezogen. Ich war sehr stolz auf mein Mädchen. Lange hielten wir uns am Aussichtspunkt auf und genossen den wundervollen Blick, bis sich langsam der Hunger meldete. Wir beschlossen, die Gastronomie des Atriums zu testen und wurden nicht enttäuscht. Preis-Leistungsverhältnis absolut in Ordnung, die Mahlzeit war äußerst schmackhaft und die müden Hunde bekamen sofort einen Eimer Wasser. Daraus haben auch alle brav getrunken. Gesättigt und erschöpft traten wir den Heimweg an.

 Abends, als wir geduscht waren und mit einem kühlen Bier auf dem Campingplatz entspannten, kündigte sich Besuch an! Mein Schwager (der Bruder meines Mannes) hatte beruflich in der Region zu tun und verbrachte den Abend mit uns. Er hatte noch einen heißen Tipp für! Er empfahl uns unbedingt den Besuch der Stadt Saarburg!

Saarburg

Auf der Internetseite wird die Stadt, die in Rheinland – Pfalz liegt, folgendermaßen beschrieben:

„Saarburg wurde im Jahre 964 von Graf-Siegfried von Luxemburg mit dem Erwerb des Bergs Churbelun und dem Bau der Burg hoch über der Saar gegründet.

Heute ist die romantische mittelalterliche Stadt ein staatlich anerkannter Erholungsort und zugleich Verwaltungsitz und Einkaufszentrum für die Region Saarburger Land.

Die idyllische Kleinstadt ist von Wäldern und Weinbergen umgeben und wird vom Leukbach durchflossen. Eine besondere Attraktion ist der ca. 20 m hohe Wasserfall inmitten der Stadt, der zwischen Fachwerkhäusern und Barockbauten zu Tal stürzt und die Mühlräder der ehemaligen Hackenberger Mühle antreibt.

Saarburgs historischer Stadtkern und die pittoreske Unterstadt laden zu Entdeckungstouren durch die steilen und verwinkelten Gassen ein.“

Wir fühlten uns sehr wohl in Saarburg, genossen das bunte Treiben der Altstadt und das Rauschen des Wasserfalls. Auch die gleichnamige Burg bestiegen wir und hatten von dort oben einen spektakulären Ausblick. Dieses mittelalterliche Städtchen ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 

Wo die Wölfe heulen

Schon als wir den Urlaub im Saarland planten war für mich klar, dass ich dem Wolfspark in Merzig unbedingt einen Besuch abstatten möchte. Es war sehr heiß an dem Tag, die Wölfe hatten sich fast alle in den kühleren Wald verzogen. Als wir einige Meter gegangen waren, meinte mein Mann, er fühle sich ein bisschen wie bei „Jurassic Park!“ Ich musste lachen, er hatte recht. Wir sahen hohe Zäune und dahinter Wald und suchten die Wölfe, so wie die Besucher des Dinosaurier Parks auf das Erscheinen der Tyrannosaurus Rex warteten! Wir sahen zum Glück nur ein paar Wölfe. Der Weg durch den Park war sehr kurz,  bei den hohen Temperaturen sehr angenehm. Der Park wurde von Werner Freund gegründet, der leider vor einigen Jahren verstorben ist. Der Eintritt ist frei und Hunde dürfen mit,  leider im Moment nicht in alle Bereiche, sodass der t-förmige Weg für uns früher endete als für Nichthundebesitzer. Darauf gab es vorher keinen Hinweis (lediglich auf der Internetseite findet man einen Hinweis), zumal die Traumschleife „Wolfsweg“ durch diesen Park hindurch führt. Wanderer mit Hund müssen diesen Teil dann auslassen. Dennoch war es schön, den Wölfen so nah zu sein. Unsere Mädels wurden einfach ingnoriert.

Was mir fehlte, waren Informationen zu den Wölfen an den jeweiligen Gehegen. Aber an einigen Dingen wird zurzeit gearbeitet, vielleicht kommt das irgendwann.

Mein Fazit: es war eine rundum gelungene Urlaubswoche, erholsam und entspannend. Das Wetter war klasse, aber mir war es definitiv zu warm. Wandern macht mir einfach keinen Spaß, wenn mit nach den ersten Metern schon ein Schweißrinnsal am Rücken herunterläuft und meine Haare aussehen, als käme ich gerade aus der Dusche. So habe ich auch nur eine Traumschleife erwandert, gleichzeitig ist das ein guter Grund, das Saarland noch einmal zu besuchen!

5 Kommentare

    1. Hallo Silvana!
      Ja, es war wirklich sehr schön! Und beim Betrachten der Fotos fallen mir immer wieder Dinge ein, die schon ein klein wenig in Vergessenheit geraten waren!
      Lieben Dank für dein Lob und fürs Verlinken!
      Viele Grüße auch an das Knödeltier!

  1. Fuchs- und Kniffelgeräusche – diese Kombination kann es wahrscheinlich nur auf einem Campingplatz geben.
    Tolle Tour, vielleicht machen wir sie auch einmal.
    Die praktischen Hundegruppen können wir dann gut gebrauchen.
    Liebe Grüße
    Carolin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *