Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde unterwegs mit dem Eifelland Holiday
9442
Allgemein

Silvester an der Nordsee

Allen ein frohes, glückliches und vor allen Dingen gesundes Neues Jahr!

Silvester ist vorbei und es hat begonnen, das Jahr 2017! Es fing gut an, bis unsere Bella am 3. Januar heftigen Durchfall bekam! Nicht schön! Sie hat sehr gelitten, weil sie doch so gerne frisst und überhaupt keinen Appetit hatte. Außerdem quälten sie wohl Bauchkrämpfe und Übelkeit, da sie einige Male erbrechen musste. Nachdem 2 Tage Nahrungsentzug nichts brachten, fuhr ich mit ihr am 5. Januar zum Tierarzt, sie bekam etwas gegen Übelkeit und Krämpfe und ich sollte ihr Kautabletten gegen den Durchfall geben. Kurzzeitig ging es ihr besser, um dann am Freitag den 6. Januar wieder schlimmer zu werden. Die Tablette wollte sie gar nicht nehmen, und ein paar Brocken gekochtes Hühnchen fanden schnell wieder den Weg nach draußen. Also fuhren wir Samstag morgen nochmal zum Tierarzt, der ihr dann ein Antibiotikum spritzte. Endlich schlug die Behandlung. Von Stunde zu Stunde ging es ihr besser, sie hatte wieder Appetit und die Schonkost in Form von gekochtem Hühnchen blieb endlich drin. „Gut, dass wir das nicht in Holland im Wohnwagen hatten!“ sagte mein Mann, und ich konnte ihm nur beipflichten. Womit wir auch beim Thema wären: wir haben den Jahreswechsel in Zoutelande an der niederländischen Nordseeküste verbracht, und das kam so!

Schon vor Weihnachten verfolgte ich die Wettervorhersage. Hatten wir doch beschlossen, die Tage zwischen den Jahren für eine kleine Auszeit zu nutzen. Mit dem Wohnwagen sollte es losgehen, nur wohin? Ich suchte stundenlang Campingplätze, die auch Wintercamping anbieten. Plätze im Münsterland, im Bergischen Land und im Sauerland boten guten Service zu vernünftigen Preisen. An den Weihnachtstagen kristallisierte sich dann heraus, dass das Wetter sehr gut werden sollten. Dennoch taten wir uns sehr schwer, ein Ziel zu finden. Dann kam Gott sei Dank Hilfe von außen! Freunde von uns wollten an die Nordsee und hatten dort einen tollen Platz ausfindig gemacht! Schnell wurden einige Details abgeklärt und so beschlossen wir, den Silvestersekt am Strand zu trinken.

Wir fuhren Mittwochs bei Sonnenschein und lockeren Wolken los. Je weiter wir Richtung Westen kamen, umso mehr Wolken zogen auf und der Himmel wurde immer grauer. Hm, so war das jetzt nicht geplant, hatten die Wetterfrösche doch strahlenden Sonnenschein prophezeit. Es wurde nicht besser, es wurde noch schlimmer. Nach ca. der Hälfte der Strecke überfiel meinen Mann eine bleierne Müdigkeit und wünschte einen Fahrerwechsel. Kein Problem! Für mich war es die erste Fahrt mit diesem Gespann und wir fuhren immer weiter in immer dichter werdenden Nebel hinein. Ich musste mich stark konzentrieren, so eine Nebelfahrt ist schon eine Herausforderung. So kam es wie es kommen musste, wir verpassten knapp die Einfahrt zum Campingplatz, so ein Mist. Also suchten wir einen Wendeplatz, der sich auch einige hundert Meter weiter perfekt anbot. Problemlos das Gefährt wieder in die Gegenrichtung gebracht, um die Einfahrt zu nehmen, die sich als sehr eng erwies. Aber auch das schafften wir noch.
Auf dem Campingplatz wurden wir von Adrian, dem Betreiber, sehr herzlich begrüßt und durften uns einen Platz aussuchen. Der junge Mann war sehr zuvorkommend und fand für jedes Problem eine Lösung. Damit die frische Rasensaat nicht beschädigt wurde, brachte er uns 8 Holzfliesen um sie vor dem Wohnwagen auszulegen. Prima Idee und wir hatten eine tolle Terrasse ohne Dreckklumpen! Unsere Freunde kamen gerade aus Vlissingen zurück. Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus, wir hatten uns lange nicht gesehen.

Wir brachten den Eifelland in Position und drehten mit den Hunden noch eine kurze Nebelrunde. „Die Düne ist zum Greifen nah!“ versicherten unsere Freunde. Sollten wir das glauben? 

Den Abend verbrachten wir zu viert in unserem Wohnwagen, gelobt sei die Sitzecke! Wir stellten zwei Höckerchen dazu und bei leckerer Fischpfanne, Rotwein und Bier verbrachten wir einen lustigen Abend! Die letzte Abendgassirunde stand noch an, mit Stirn- und Taschenlampe bewaffnet gingen wir den Weg am Campingplatz vorbei bis wir zu den Stufen kamen, die uns auf die Düne hinaufführten. Unseren Mädels fiel es in der Dunkelheit deutlich leichter die Holzstufen hinauf zu laufen als uns Menschen. Die Hunde waren sehr aufmerksam, hier raschelte es, dort knackte etwas, da… was war das für ein Geräusch!? Völlig außer Atem standen wir oben und genossen den Blick auf die Nordsee, die wir natürlich nicht sehen, aber riechen konnten. Ich bin kein Freund  der Dunkelheit, alleine hätte ich diesen nächtlichen Ausflug nie unternommen, aber es war einfach toll! 

Am nächsten Morgen hatte sich der Nebel gelichtet und wir sahen tatsächlich die Düne, die wir am Abend vorher im Dunkeln erklommen hatten! Nach dem ersten Kaffee, aber vor dem Frühstück schnappte ich mir Leika und Bella um unseren nächtlichen Weg bei Tageslicht zu erkunden. Nur wenige Menschen waren unterwegs, Hundehalter, Jogger und vereinzelt ein Moubtainbiker. Es ist für mich immer ein besonderer Moment das Meer zu sehen! Der Horizont lag im Nebel, leichte Wellen schlugen gegen den Strand. Mit geschlossenen Augen sog ich tief die salzige Meeresluft ein und spürte wie immer, wenn ich am Meer bin, eine innere Ruhe. In diesem Moment holte mich ein tiefes Grummeln in die Realität zurück: mein Magen knurrte, ich hatte Hunger auf Frühstück! Schnell lief ich mit den Mädels die Stufen wieder hinunter. Stephan hatte im warmen Wohnwagen schon alles für ein ausgiebiges Frühstück hergerichtet! Es schmeckte mir an diesem Morgen besonders gut!

Zwischen Zoutelande und Westkapelle

Bevor es losging nach Westkapelle, das ca. 4 km von Zoutelande entfernt, wollten wir unser neues Vorzelt aufbauen, das wir uns zu Weihnachten gegönnt hatten. Hier berichte ich darüber! Ein Weg durch das Hinterland von Zoutelande führte uns durch ein kleines Naturschutzgebiet. Wir waren ziemlich alleine unterwegs und genossen die Stille und die Natur. Nachdem wir die Straße überquert hatten, gingen wir an einem Gewässer entlang, vom Ufer aus konnten wir schon bald den Blick auf den Leuchtturm von Westkapelle werden, dessen Spitze zeitweise im Nebel verschwand. Zurück zum Campingplatz gingen wir am Strand entlang und das letzte Stück auf der Düne, nicht ohne uns in der Strandbude bei Chocomel und Apfelkuchen aufzuwärmen.

 

Vlissingen

Freitags ist in Vlissingen Markt. Dort wollten wir hin und durch die Hafenstadt bummeln. Die Sonne begrüßte uns an diesem Morgen von einem strahlend blauen Himmel. Beste Voraussetzungen. Ein Parkplatz war schnell gefunden, die meisten Parkplätze sind zu dieser Jahreszeit kostenfrei, das sieht in der Hochsaison natürlich anders aus. Schnell waren wir im Zentrum von Vlissingen, wo wir den Markt auch schon sahen. Er bot das, was andere Märkte auch bieten. Den kleinen Yachthafen in Vlissingen schauten wir uns an als wir merkten, dass die Sonne sich wieder hinter Nebel verzog und es wurde sofort ungemütlich kalt. Zum Aufwärmen kehrten wir in ein Cafe in der Innenstadt ein. Zum Erledigen einiger Einkäufe fuhren wir zu einem großen, bekannten Supermarkt am Stadtrand von Vlissingen. Wir erledigten die Einkäufe um anschließend in der benachbarten Fischbude „Kibbeling“ mit Pommes zu genießen. Lecker!

Silvester

Am Silvestertag unternahmen wir eine kleine Rundfahrt. Ich wollte unbedingt nach Domburg, wo ich in meiner Jungend schöne Zeiten mit meiner besten Freundin erlebt habe. Durch das beschauliche Westkapelle führte uns die Straße Richtung Domburg. Ich hatte nicht erwartet, dass es ein Problem werden könnte, einen Parkplatz zu finden. Es war rappelvoll in diesem Ort. Dieser Eindruck bestätigte sich bei unserem kleinen Stadtrundgang, nachdem wir einen Parkplatz ergattert hatten. So viele Menschen bummelten durch den Ortskern wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Wie mag das erst zur Hochsaison sein? Trotz der kalten Witterung wurde draußen Kaffee getrunken und gegessen. Die Wirte hatten Heizstrahler aufgestellt und boten ihrer Kundschaft Markisen und Pavillions um darunter zu verweilen. Schnell zog es uns weg vom Ortskern in Richtung Strand, hier war es ähnlich voll. Geballert wurde schon kräftig. Also nix wie weg!

Wir fuhren in Richtung Veere. Stephan kannte diesen Ort von einem früheren Besuch und beschrieb ihn als klein und beschaulich. Das war er wirklich! Schöne kleine Geschäfte, viele alte Häuser, ein kleiner Hafen. Veere hatte Flair. Schade nur, dass wir aus allen Richtungen mit bum und bäng und ssst begrüßt wurden, hier wurde noch mehr geballert als in Domburg. Nach einem zügigen Stadtrundgang traten wir den Weg Richtung Campingplatz an. Veere ist auf jeden Fall einen Besuch wert aber sicher nicht mehr an Silvester.

Den Silvesterabend verbrachten wir bei wirklich guten Essen im Strandpavillon. Mit gut gefüllten Bäuchen wanderten wir zum Campingplatz zurück, um mit Sekt, Gläsern und Taschenlampen bewaffnet wieder an den Strand zu ziehen. Pünktlich um Mitternacht waren die Gläser gefüllt, wir stießen an und wünschten uns am Strand ein glückliches Neues Jahr. Herrlich! Ein besonderes Erlebnis!

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Neujahrstag packten wir unsere Sachen und fuhren Richtung Heimat. Es waren schöne erholsame Tage an der Nordsee, auch in der kalten Jahreszeit hat das Meer und der Strand seinen Reiz!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *