Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde unterwegs mit dem Eifelland Holiday
So sah es aus wenn wir hoch schauten
Camping mit Hund Campingplätze

Mit dem Fluchtzwerg in der Uckermark Teil 2

Der Campingplatz und Himmelpfort

Die Uckermark, genauer gesagt der Naturpark Uckermärkische Seen, ist eine besondere Kulturlandschaft und liegt ca. 80 km von Berlin entfernt. Wälder, sanfte Hügel und Seen sind typische Merkmale dieser dünn besiedelten, von der Eiszeit geprägten Landschaft. Besonders die riesigen Getreidefelder links und rechts neben der Straße fielen uns bei der Hinfahrt sofort auf. Getreide- sowie auch Rapsanbau spielen eine wichtige Rolle im gesamten Bundesland Brandenburg.

Die meisten der 230 Seen sind das Resultat der Eisschmelze der letzten Eiszeit vor 15.000 Jahren und bieten für Paddler wunderbare Wasserwege. Motorboote findet man hier nicht, die sind nur wenigen Seen und Flüssen vorbehalten. Das Gebiet erstreckt sich über ca. 897 qkm. Der Fischadler lebt hier mit ca. 30 Brutpaaren in ungewöhnlicher Dichte, weshalb er auch das Wappentier des Naturparks ist. Das wir ihn zu meiner großen Freude öfter gesehen haben, hatte ich ja schon berichtet. Weißstorch, Seeadler, Kranich, Fischotter und Biber fühlen sich hier ebenso wohl wie der Waschbär und über 1200 teils sehr gefährdete Pflanzenarten. Ein wahres Naturparadies!

So, nun genug der Zahlen und Fakten! Als erstes stelle ich den „Naturcampingpark Rehberge“ vor.

Der Campingplatz

Die Rezeption
Die Rezeption

Um einen geeigneten Platz zu finden, wurde der Campingführer gewälzt bzw. das Internet befragt. Ein wenig Routine haben wir ja mittlerweile, die Seite des Anbieters gefiel mir auf Anhieb und „Naturcamping“ hört sich immer gut an. Die liebe Patricia hat den Kontakt aufgenommen und für uns (5 Erwachsene und 5 Hunde, 2 Wohnwagen, 1 Zelt) wurden drei Plätze im Birkenwäldchen reserviert. Hach, das hörte sich schon prima an.

Als wir gegen 14.00 Uhr ankamen, hatte die Rezeption geschlossen und öffnete erst um 18.00 Uhr wieder ihre Pforten. Im Schaukasten neben der Türe hing ein Reservierungsplan auf dem wir unsere Stellplatznummern ablesen konnten. Der Weg dorthin war kurz beschrieben. Tolle Sache, das kannte ich so nicht.

Wir fuhren also zu unserem Platz und waren hellauf begeistert. Wir durften auf dem Fuchsweg wohnen in einem lichten Birkenwald, herrlich! Die Plätze hatten zwar Nummern, waren aber nicht parzelliert. Wir hatten Platz ohne Ende.

Es war sehr ruhig auf dem Platz, lediglich ein Hund aus der Nachbarschaft nahm seine Aufgabe als Wachhund sehr ernst und schlug zu jeder Tages- und Nachtzeit mit seiner kräftigen Stimme an. Für unsere Hunde war der Platz ganz am Ende des Fuchsweges prima, direkt angrenzend gab es Feld und Wald für die Gassirunden. Ich mag es nämlich nicht so gerne, wenn meine Mädels ihr Geschäft auf dem Campinggelände verrichten.

Die sanitären Anlagen waren immer sauber und was defekt war (z.B. ein Seifenspender) wurde umgehend ausgetauscht oder repariert. Obwohl es nur zwei Duschen gab, mussten wir nie warten, eine war immer frei.

Einen Brötchenwagen gab es an der Einfahrt, dieser hatte von 7.30 Uhr bis 10.00 Uhr geöffnet . Hier habe ich die leckersten Brötchen seit langem gegessen, die vielfältige Auswahl machte die Entscheidung oft schwer. Also backen können die Uckermärker! Auch  Kuchen, den wir uns ab und zu gegönnt haben, waren erstklassig. Backen nach alter Tradition!

Immer wieder schön waren die Kraniche, die oft schon am Morgen über uns hinwegezogen. Fast jeden Tag haben wir einen Grünspecht gehört, gesehen leider nie. An einem Morgen erzählte Patricia, dass sie fast auf einen Igel getreten wäre als sie nachschauen wollte, warum ihr Hund Scott angeschlagen hatte. Einen Fuchs hat sie nachts schreien gehört und Silvana hörte nachts etwas am Zelt vorbei schleichen. Ich habe immer wunderbar geschlafen und von den nächtlichen Abenteuern nichts mitbekommen.

Auf der morgendlichen Gassirunde entdeckten wir oft frische Rehspuren. Was ich damit sagen will, der Campingplatz trägt seinen Namen zu Recht, „Naturcamping“, inclusive Mücken, Wespen, Zecken, Käfern, Schmetterlingen und was sonst so kreucht und fleucht. Die Mücken hatten uns besonders lieb!

 

Himmelpfort

Wer hätte das gedacht, auch in der Uckermark gibt es Regen!

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Nach einem verregneten Morgen lugte gegen Mittag die Sonne wieder hinter den Wolken hervor. Wir beschlossen, dem nahegelegenen Örtchen Himmelpfort eine Besuch abzustatten. Ich hatte keine Ahnung was mich dort erwartete, völlig unvoreingenommen kamen wir in Himmelpfort an und sahen direkt zu Beginn der Ortserkundung diese hübschen Häuser.

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Das konnte ja nur noch besser werden. Auf einem Hinweisschild las ich dann „Weihnachtshaus“, und da stand er auch schon fast neben mir, der Weihnachtsmann!

Also nichts wie hin zum Weihnachtshaus! Und hier wohnt er ab Mitte November, der Weihnachtsmann. Über 200 000 Briefe jährlich werden von ihm und seinen Helfern beantwortet. Himmelpfort mit seinen knapp 500 Einwohnern hat die einzige Weihnachtspostfiliale in den neuen Bundesländern.

Außer dem Weihnachtshaus gibt es in dem staatlich anerkannten Erholungsort natürlich eine Klosterruine aus dem Jahr 1299. Zu dieser Klosteranlage für Mönche des Zisterzienserordens gehörte ein Brauhaus und eine parkähnliche Anlage mit Blick auf den Haussee (fast jeder Ort hat einen Haussee).

Und noch etwas Besonderes gab es in dem kleinen Ort: eine Kaffeerösterei! Auch zu Hause bin ich mittlerweile dazu übergangen, Kaffee aus kleinen, regionalen Röstereien zu konsumieren und auf den Kaffee der Großröstereien zu verzichten. Diese rösten nämlich im Schnellverfahren, ca. 2-3 Minuten, während die kleinen Röstereien langsam rösten, ca. 15-20 Minuten. Da dies auch bei niedrigerer Temperatur geschieht, kann sich das Aroma des Kaffees besser entfalten und der Kaffee wird bekömmlicher, da Säuren bei der langsamen Röstung weitgehend abgebaut werden.

Natürlich kostet der Kaffee etwas mehr, aber das ist es mir mittlerweile wert. Die Rösterei mit Gastronomie lag gleich in der Nähe der Klosterruine. Die Verpackung des Kaffees ist zwar unwichtig, aber sie sprach mich sofort an. Also wurde Kaffee mitgenommen und zurück auf dem Campingplatz direkt per Hand gefiltert und genossen. Ein guter Kaffee gehört für mich zum Camping absolut dazu. Alleine der Duft der mir entgegenströmte als ich die Verpackung öffnete…herrlich!!

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Und er schmeckte einfach himmlisch!! Natürlich haben wir auch Kaffee mit nach Hause genommen. Auch ein Päckchen Himmelpfort Tee durfte mit in die Heimat reisen!

 

Demnächst in Teil 3: Lychen und unsere Wanderungen

4 Kommentare

  1. Wieder mal schön geschrieben, Birgit. Macht richtig Spaß alles Erlebte beim Lesen nochmal Revue passieren zu lassen. Und den Himmelpforter Kaffee genießen wir auch sehr.

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