Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde (einer für immer im Herzen) unterwegs mit dem Eifelland Holiday
Allgemein Hunde

Meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte

Ihr Lieben!

Heute gibt es einen völlig anderen Blogbeitrag. Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Text schreiben soll, ja, ich tue es. Es geht um unsere Leika!

Am 23. Oktober kam ich von der Arbeit nach Hause und beim Begrüßen meiner Hunde traf mich fast der Schlag! Eine taubeneigroße Beule prangte unter Leikas rechtem Auge! Oh, so ein Mist, dachte ich, das ist bestimmt ein entzündeter Zahn! Warum hatte ich nichts bemerkt? Und es war natürlich ein Mittwoch, zu unserem Tierarzt konnte ich nicht fahren. Ich rief in einer Tierklinik in Mönchengladbach an und keiner nahm den Hörer ab! Und das in einer Klinik! Also wählte ich die Nummer einer kleineren Klinik, ebenfalls in Mönchengladbach. Die freundliche Dame am Telefon sagte mir, ich könne um 16.oo Uhr direkt kommen. Also erledigten wir noch kurz die Gassirunde und dann setzte ich mich ins Auto und fuhr mit Leika und sehr gemischten Gefühlen Richtung Mönchengladbach.

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Wir warteten nicht lange. Als wir in das Sprechzimmer traten, hatte der diensthabende Tierarzt sofort das Problem erkannt. Er hob die Lefze hoch und bestätigte meine Vermutung, ein entzündeter Backenzahn. „Der muss raus!“ meinte er. Er hörte Leikas Herz hab, was gefühlsmäßig Stunden dauerte. Hm, warum dauerte das so lange? „Ich höre ein Herzgeräusch“ verkündete er mir dann. Ich habe nur „Oh!“ gesagt und ihn skeptisch angeschaut. Er ließ mich selber mit dem Stethoskop das Herz abhören, statt eines Pochens hörte ich ein Rauschen. „Was bedeutet das jetzt?“ fragte ich ihn mit banger Stimme. Eine Herzklappe würde nicht richtig schließen, meinte er, das vorbei fließende Blut würde das Rauschen verursachen. Um zu sehen, ob das Herz vergrößert war, wollte er eine Röntgenaufnahme machen. Dies sei wichtig für die Zahn OP erklärte er mir.

Leika ging brav mit in den Röntgenraum, während ich im Behandlungszimmer wartete. Da schwirrten mir tausend Gedanken im Kopf herum… herzkranker Hund…was heißt das jetzt…ob sie die OP gut übersteht…muss das behandelt werden…muss ich sie schonen…

Da kam der Arzt auch schon mit ihr zurück und eröffnete mir, dass das Herz meiner Süßen sich auf dem Röntgenbild vergrößert darstellte, die sei normalerweise gut behandelbar. Etwas anderes mache ihm aber Sorgen! Ups, was jetzt? Auf dem Röntgenbild sei eine weiße Masse im Lungenbereich zu sehen, die da auf keinen Fall hingehört! Er sprach von einem Tumor! Oh nein! Was für ein Mist! Als wäre das nicht schon schlimm genug, erklärte er mir, dass anhand des Röntgenbildes nicht erkennbar sei, ob es sich um einen Primärtumor oder eine Metastase handelt. Puh, was heißt das denn jetzt? Ein anderes Organ, oder was auch immer kann der eigentliche Herd sein und der Krebs hat schon in die Lunge gestreut? Möglich war es…meine Gefühle fuhren Achterbahn.

Wir vereinbarten für den folgenden Montag einen Termin für die Zahn OP. Vorher sollte auf jeden Fall ein Herzultraschall gemacht werden, um die Herzinsuffizienz besser beurteilen zu können und die Narkose entsprechend anzupassen. Er bot auch einen Bauchultraschall an um zu sehen, ob andere Organe befallen sind. Ich bat mir Bedenkzeit aus, ich wollte nur noch raus aus dieser Klinik, gut versorgt mit Antibiotikum und Schmerzmitteln! Im Auto flossen dann die Tränenströme! Mein Mädchen sollte todkrank sein!? Sie hatte doch nur einen entzündeten Zahn!? Ich fuhr nach Hause, erzählte meinem Mann das Desaster und drückte Leika immer wieder fest an mich (obwohl sie das nicht gerne mag, musste sie es an diesem Tag aushalten!).

Auf einmal siehst du deinen geliebten Hund mit anderen Augen! Manchmal mag sie nicht gerne spazieren gehen…kann sie nicht mehr? Arbeitet das Herz nicht richtig. Ab und zu röchelt sie…ist das dieser Tumor in der Lunge? Du achtest auf alles, was der Hund macht, welche Geräusche gibt er von sich, hat er Appetit, verhält er sich anders? Und warum hatte ich nichts bemerkt?

So fuhr ich dann bangen Herzens mit Leika am Montag morgen in die Klinik. Nach kurzer Wartezeit bat der Arzt mich herein und eröffnete mir, dass die OP an diesem Tag nicht stattfinden könne, da einige Ärzte sich krank gemeldet hätten. Da die Schwellung auch gut zurück gegangen war, bestünde auch kein dringender Handlungsbedarf. Einerseits war ich nur froh, meinen Hund wieder unbeschadet mit nach Hause nehmen zu können, andererseits wäre es natürlich schön gewesen, wenn wir die OP schon hinter uns gebracht hätten. Ich vereinbarte einen neuen Termin für den 3. November. Vorher wollten wir das lange Allerheiligenwochenende mit Freunden an der Nordsee in Scharendijke/NL verbringen.

Das Wetter spielte mit und wir verbrachten eine schöne, entspannte Zeit! Dennoch kam ich natürlich oft ins Grübeln. Ist es vielleicht das letzte Mal, dass Leika am Strand laufen kann? Wie oft wird sie noch mit im Wohnwagen unterwegs sein? Kann sie Weihnachten noch mit uns feiern? Erlebt sie ihren Geburtstag im Februar noch? So oft es ging, versuchte ich, die trüben Gedanken abzuschütteln, damit wir die Zeit mit unserem Mädchen einfach genießen konnten!

Meine Gedanken kreisten oft um diesen angebotenen Bauchultraschall? Wollte ich wissen, was da Sache ist? Ich kam zu keiner Entscheidung. Wieder zu Hause, rückte der Freitag, der 3. November unwiderruflich näher. Das Herrchen verschob seine Termine, um mitfahren zu können, das beruhigte mich etwas. Auf der Fahrt zur Klinik sprachen wir wenig, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach.

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Wartebereich, durften wir endlich in das Behandlungszimmer. Wir hoben Leika auf den Tisch und legten sie in Position für den Herzultraschall. Ich blieb bei ihr am Kopf, Herrchen stand hinten und die Arzthelferin beugte sich in der Mitte über sie, um sie in der richtigen Position fest zu halten. Unsere Hundedame hat alles prima mitgemacht, ohne Sedierung oder Narkose. Das Herz zeigte sich in einem Zustand, der für einen Hund mit 13 Jahren völlig normal ist. Zurzeit sei eine Behandlung nicht notwendig, teilte uns die sehr symphatische Kardiologin mit. Der erste kleine Stein plumpste von meinem Herzen. Und plötzlich hatte ich eine Eingebung: ja, ich wollte den Bauchultraschall! Leika wurde kurz umgelagert, die Ärztin schallte alle Organe, die sie erreichen konnte. „ALLE ORGANE SIND IN ORDNUNG!“ sagte sie. Da plumpste ein riesiger Felsbrocken von meinem Herzen und vor lauter Freude musste ich die Dame in Weiß umarmen und mich bedanken! Was war ich froh!!

Die Zahn OP sei im Moment nicht notwendig, da keine Entzündungsanzeichen vorhanden seien. Wenn er sich nochmal entzündet, muss er dann aber raus. Damit das so schnell nicht wieder passiert, besorgte die Ärztin eine spezielle Zange und knipste Leika die Zahnbeläge weg. Auch das ließ sie sich gefallen, wenn auch nicht ohne Gegenwehr. Um 200 Euro leichter, aber vollkommen glücklich verließen wir die Klinik! Ich hätte einen Freudentanz aufführen können.

Leika geht es im Moment sehr gut, sie frißt ordentlich und der Lungentumor zeigt zurzeit keine Symptome. Wir werden sehen, was 2018 uns bringt.

Ich wünsche allen einen guten Übergang ins Neue Jahr und für 2018 viele schöne Momente, Glück, Zufriedenheit und Gesundheit!

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4 Kommentare

  1. Liebe Birgit,
    das war auch für mich ein ganz schöner Schock, als du mir von Leikas Diagnose erzählt hast. Da denkt man an nichts Böses und dann das. Das Verrückte an der ganzen Sache ist, dass man Leika wirklich nichts anmerkt, Ich hoffe einfach ganz fest, dass ihr noch eine lange Zeit miteinander habt, die von vielen schönen Momenten geprägt ist.

    Liebe Grüße
    Silvana

    1. Ja Silvana, ich hoffe auch, dass wir noch lange, unbeschwerte Zeit miteinander haben. Und dass es für dich ein Schock war, glaube ich dir gerne. Danke für deine guten Wünsche!
      LG Birgit

  2. Oh je, da habe ich beim Lesen wirklich mitgezittert, Ich kann gut nachvollziehen, wie beunruhigend diese Situation und das Warten war. Schön, dass es Leila wieder besser geht!
    Ich wünsche Euch einen guten Rutsch und nur das Beste für 2018!

    1. Ja, das war wirklich eine Zeit, die meine Geduld sehr strapaziert hat! 😉. Danke für deinen lieben Kommentar und die guten Wünsche. Auch für dich alles Gute für 2018 und viele schöne Wander- und Bergerlebnisse! 🙋

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