Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde unterwegs mit dem Eifelland Holiday
Wunderschön
Camping mit Hund Campingplätze Wandern mit Hund

Camping auf dem Vulkan oder Oh, wie schön ist Pulvermaar!

 

Oh, wie schön ist Pulvermaar! Diesen Satz kann man ohne Einschränkung so stehen lassen! Und nicht nur das Pulvermaar ist wunderschön, auch von allen anderen Maaren die wir gesehen haben, geht eine Faszination aus, die sich kaum beschreiben lässt. Sie haben etwas Mystisches, vielleicht weil sie die „Augen der Eifel“ genannt werden.

Und auch der Campingplatz, quasi auf dem Vulkan, ist sehr schön angelegt. Das Personal sehr freundlich und hilfsbereit und nicht aus der Ruhe zu bringen. Ich hatte immer das Gefühl, in einem großen Garten zu sitzen!

Doch nun zum Anfang… 

Für das lange Wochenende kündigte der Wetterbericht schon seit Tagen eine Hitzewelle an! Und es stimmte! Als wir am Donnerstag morgen in aller Frühe aufbrachen, versprach der Tag sonnig und warm zu werden. Die Fahrt mit dem Fluchtzwerg verlief problemlos. Als wir gegen 10.00 Uhr am Pulvermaar ankamen, hatten wir natürlich Hunger. Bei Brötchen und Kaffee genossen wir die herrliche Umgebung und die Atmosphäre des wunderschön angelegten Campingplatzes Feriendorf Pulvermaar. Bei der Anmeldung an der Rezeption erlebten wir eine kleine Überraschung: Herr Frank G. Fetten, Inhaber des Campingplatzes, wurde in Dülken geboren, genau wie ich. Er begrüßte uns persönlich und wir kamen direkt ins Gespräch über unsere gemeinsame Heimat. Meine grauen Zellen wurden aktiv, der Name Fetten kam mir sehr bekannt vor…und richtig! Herr Fetten senior war eine bekannte  Persönlichkeit in Dülken, sein Name wird unweigerlich mit dem Dülkener Karneval in Verbindung gebracht. Dafür muss man wissen, dass dieses kleine Örtchen mit seinen ca. 20 000 Einwohnern eine Karnevalshochburg ist.Was für ein Zufall!!

Aber ich schweife ab, zurück zum Geschehen!

Nach dem ausgiebigen Frühstück genossen wir die Zeit im Schatten unter hohen Lärchen. Wir hatten viel zu erzählen, denn wir hatten uns lange nicht gesehen. Gegen Nachmittag brachen wir dann auf, um endlich einen Blick auf das Pulvermaar, eins von 77 in der Vulkaneifel, werfen zu können. Ein knapp 4 Kilometer langer Rundweg lud dazu ein. Vom Campingplatz aus ging es zunächst bergab. Auf den letzten Metern des Abstieges blickten wir schon auf das tiefblaue Wasser des Sees, der mit ca. 72 m Tiefe der tiefste der Eifeler Vulkanseen ist. Es herrschte reger Betrieb, da an diesem noch recht „jungen Maar“ ein Freibad zum Schwimmen einlädt.

Natürlich wurde an diesem Abend wieder gegrillt, das obligatorische Glas Rotwein durfte nicht fehlen. Das besondere Erlebnis dieses Abends war die Stimme des Uhus, die wir zwar nur kurz, aber sehr deutlich hören konnten. Zu gerne hätte ich ihn gesehen, aber er zeigte sich nicht.

Da der nächste Tag sehr heiß werden sollte, kam die Idee auf, in aller Frühe aufzubrechen um den Manderscheider Burgenstieg zu laufen. Nach einem Kaffee und einem Stück Brot machten wir uns etwas später als geplant auf den Weg nach Manderscheid, frühstücken wollten wir hinterher. Während der ca. 15 Minuten dauernden Autofahrt konnten wir die herrliche Gegend und den Blick auf die beiden Manderscheider Burgen schon genießen. Problemlos fanden wir einen Parkplatz und auch den Einstieg in die Tour. Hier half uns die App „komoot“ und natürlich die gute, alte Wanderkarte.

Es war eine wunderschöne Tour! Herrliche Waldwege, teilweise begleitet von der Lieser und immer mal wieder ein Blick auf die Ruinen machen diesen Weg zu einem echten Highlight. Wir waren viel länger unterwegs als geplant, weil wir oft einfach verweilten um die Ruhe und die kleinen Dinge am Wegesrand zu genießen. Die Hunde konnten sich zwischendurch in der Lieser abkühlen, was sie auch gerne taten. Besonders lange genossen wir den Blick vom Aussichtspunkt „Belvedere“. Hier hatte im Jahr 1833 der spätere Kaiser Wilhelm I noch als Kronprinz die Aussicht genossen, und jetzt standen wir an diesem historischen Ort!

 Am Ende der Tour waren wir hungrig und verschwitzt, da das Thermometer gegen Mittag schon fast 30 Grad anzeigte. Ein letzter  wunderbarer Blick auf Oberburg und Niederburg bildete den krönenden Abschluss unserer Wanderung. Das Auto stand nicht mehr weit entfernt und wir traten den Heimweg an, um ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. 

 

Im Laufe des Tages verdunkelten graue Wolken den strahlend blauen Himmel. Sollten die angekündigten Gewitter doch über uns hinwegziehen? Dank des guten Handyempfangs auf dem Platz konnten wir die Entwicklung der Gewitterfront am Smartphone verfolgen. Über Belgien und den Niederlanden ging es schon heftig zur Sache. Die abendliche Hunderunde wurde von Wetterleuchten begleitet, ein grandioses Schauspiel in dieser herrlichen Landschaft.

Das erste Donnergrollen war schon bald zu hören, wir hatten uns gerade zur Ruhe begeben. Da war an Schlaf erstmal nicht zu denken, denn es war noch sehr warm in unserem Fluchtzwerg und unsere Leika hechelte und zitterte, weil sie Gewitter so gar nicht mag.

Mit den Gedanken bei unserer Freundin, die mit ihrem Hund Cabo im Zelt nächtigte, fiel ich dann in einen unruhigen Schlaf, der gegen 2.30 Uhr durch Donner und Regen wieder unterbrochen wurde. Unser erstes Gewitter im Fluchtzwerg! Ich fühlte mich total sicher in unserem Wohnwagen und warf einen Blick aus dem Fenster: es regnete ordentlich und donnerte und blitzte und das sollte auch für ca. 2 Stunden noch so bleiben. Dank der modernen Technik teilte unsere Freundin Silvana uns mit, dass sie samt Hund ins Auto umgezogen sei, sie fühlte sich dort sicherer. Das konnte ich sehr gut verstehen!

Am Samstag morgen waren wir natürlich alles andere als ausgeschlafen. Dennoch wollten wir dem Holzmaar einen Besuch abstatten, das wir am Tag zuvor auf der Fahrt nach Manderscheid schon von der Straße aus gesehen hatten. Und auch an diesem  Maar empfanden wir eine besondere Atmosphäre. Eine Wanderung durch die Umgebung führte uns noch zu zwei weiteren Kratern, die verlandet sind, also kein Wasser mehr führen. Man muss schon genau hinschauen um sie zu erkennen. Besonders das „Hetsche Maar“ hätten wir fast übersehen. Dank der Hinweistafeln erkannten wir das kleinste Trockenaar der Vulkaneifel, das ein wertvolles Feuchtbiotop für Frösche und Kröten ist. Der Name ist Programm, denn „Hetsche“  bedeutet im örtlichen Plattdeutsch „Kröte“. Die Hetschenkönigin hatte uns ja schon zu Beginn der Tour begrüsst.

Über schmale Waldpfade gelangten wir nach kurzer Zeit zum „Dürren Maar“, sehr gut erkennbar an der fast kreisrunden Form. Kaum zu glauben dass hier vor vielen tausend Jahren Gesteinsbrocken durch die Gegend geschleudert wurden. Hier hat sich durch Austrocknung eine besondere Fauna und Flora gebildet. Nach einer kurzen Rast folgten wir dem Weg weiter, um zum Holzmaar zu gelangen. Mittlerweile hatte sich die schwüle Luft verzogen und wir genossen eine angenehme Wärme. Da lag es dann, das Holzmaar, und strahlte eine angenehme Ruhe aus, sicher auch bedingt durch die spiegelglatte Wasseroberfläche. Auch hier überkam mich das Gefühl eines inneren Friedens, unbeschreiblich. 

Diese drei nah beieinander liegenden Maare werden auch das „vulkanische Dreigestirn“ genannt, womit die anfangs erwähnte Beziehung zum Karneval wieder hergestellt hätten.

Ein paar Kilometer wanderten wir weiter durch den angrenzenden Wald. Wie so oft begegneten wir auch hier kaum einer Menschenseele. Unterwegs mussten wir dann schon einige Zecken von den Hunden absammeln. Noch ein letzter Blick auf das Holzmaar und wir erreichten wieder unser Auto. Hier habe ich die Tour aufgezeichnet.

Der Sonntag, der Tag der Abreise, versprach ein sonniger und schöner Tag zu werden. Bei den Campingplätzen, die wir bisher kennen gelernt haben, muss man bis 11.oo Uhr oder 12.00 Uhr den Platz räumen. Nicht so beim Feriendorf Pulvermaar, wir durften so lange bleiben wie wir wollten. Wir beschlossen also diesen Tag noch zu nutzen um ein weiteres Maar kennen zu lernen, das „Immerather Maar“.

Vorher begrüßte uns noch Herbert Peck. Er wandert viel in der Vulkaneifel und beschreibt auf seiner Seite seine Wanderungen. Außerdem betreut er die Facebook Seite des Feriendorfes. Silvana hatte über Twitter Kontakt mit ihm und Herr Peck erkannte ihren roten Flitzer. Er war natürlich schon mit Wanderstock, Kamera und seinem Garmin unterwegs, um neue Wege zu erkunden, wir hatten noch nicht einmal gefrühstückt. Nachdem wir Herrn Peck einen schönen Tag gewünscht hatten und uns mit Rührei zum Frühstück gestärkt hatten, machten wir uns auf nach Immerath. Die Fahrt war kurz und zum Parkplatz fuhren wir schon einige hundert Meter in die Höhe. Schon beim Aussteigen bot sich uns der Blick auf das weite Land. Wir wanderten los und schon nach kurzer Zeit konnten wir das Immerather Maar im Tal sehen. Es war wieder ganz anders als die anderen, der Anblick faszinierte jedoch aufs Neue. 

Zuerst führte uns der Weg vorbei an blühenden Wiesen hinunter nach Immerath, einem typischen Eifeldorf. Ein Blick auf die Wanderkarte des Eifelvereins und schnell fanden wir den Abzweig in den Rundweg, der uns am Ende direkt an den Vulkansee führen sollte. Auch wenn ich mich wiederhole, die Wege und Pfade waren einfach nur schön! Wir sprachen wenig und genossen das Vogelgezwitscher und die fast schon unheimliche Ruhe dieses Waldes. Wir vergewisserten uns oft, ob wir dem richtigen Weg folgten.

Doch dann hörten wir Stimmen im Tal und eine massive Holzbank lud uns zu einer Rast ein. Das Hinweisschild zeigte uns, dass wir bald unser Ziel erreichen sollten. Und dann standen wir recht plötzlich am Ufer des Immerather Maares. Ein Golden Retriever zog einsam seine Runden durch das Wasser, während Herrchen auf einer Bank die Sonne genoss.

Und dann drängte doch ein bißchen die Zeit. Das Auto war schnell erreicht und auf der Rückfahrt zum Feriendorf ließen wir die herrliche Vulkaneifellandschaft noch mal auf uns wirken.

Die Campingausrüstung war dann schnell zusammen gepackt und auch die Abrechnung mit Herrn Fetten klappte reibungslos. Wir wechselten noch ein paar Worte und versicherten ihm, beim nächsten Besuch an einer seiner Führungen am Pulvermaar teilzunehmen. Der Campingplatzinhaber ist nämlich Prähistoriker
und teilt sein umfangreiches Wissen gerne mit den Besuchern.

Wir waren schon ein wenig traurig dass wir abreisen mussten. Die Maare und ihre Geschichte hatten uns in ihren Bann gezogen.

Wir werden auf jeden Fall wieder kommen um noch mehr von der Faszination der Maare zu erleben und zu erfahren!

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10 Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben, Birgit. Da haben wir ja Einiges verpasst wie mir scheint, nicht nur der Text, sondern auch die Fotos sprechen für sich. Da nehmen wir doch glatt eine erneute Tour ins Visier!! LG P & Halunken

  2. Ein schöner Bericht und tolle Fotos :-) Da ich in der nächsten Zeit auch einmal in diese Gegend möchte, freue ich mich nun noch ein wenig mehr darauf :-)

    Viele Grüße, Klaus

    1. Hallo Klaus! Dankeschön! Dann hoffe ich mal dass es Dir in der Vulkaneifel genauso gut gefällt wie mir! Wünsche Dir jetzt schon eine tolle Zeit!

  3. Klasse, Birgit! Ich finde es total interessant zu lesen und auch zu sehen, wie du das Wochenende in der Vulkaneifel empfunden hast. Und es hat mich auf gefreut zu lesen, dass du dir während des Gewitters ein wenig Sorgen um Cabo und mich im Zelt gemacht hast. :-)
    LG Silvana

    1. Manchmal kann man seine Empfindungen besser schriftlich formulieren. Und klar habe ich mir Sorgen gemacht, ich wäre auch nicht im Zelt geblieben. So ein richtiges Dach über dem Kopf macht schon viel aus!

    1. Vielen Dank Melanie! Und ja, es ist wirklich sehr schön dort. Ich mag diese sanft geschwungenen Hügel und den Wechsel von Wald, Wiesen und Feldern!

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