Fluchtzwerg

Zwei Menschen und zwei Hunde unterwegs mit dem Eifelland Holiday
sint maartenszee -04799
Campen Camping mit Hund

Eine gute Wahl: Campingplatz „Sint Maartenszee“ in Sint Maartenszee/Nordholland

sint maartenszee-04942 Samstag, 21. Mai 2016, morgens kurz vor acht in Sint Maartenszee. Ich wache auf und brauche einen ganz kurzen Moment, um mich zu orientieren. Ich bin im Fluchtzwerg, in Noordholland, mein Mann und die Hunde schlafen noch. Leise und vorsichtig ziehe ich das Fensterrollo ein wenig nach oben, da scheint eine milchige Sonne warm in mein Gesicht. Ich lausche dem Keckern der Elstern, die Möwen kreischen über mir und auch die Enten schnattern schon.

So leise wie möglich stehe ich auf und befülle den Wasserkocher mit Wasser und schalte ihn ein. Ich öffne die Kaffeedose und der intensive Duft des Kaffees wirkt fast berauschend. Kaffee mit dem Handfilter aufbrühen ist eines der ersten Rituale am Morgen.  Ich gieße das nicht mehr kochende Wasser auf das Kaffeemehl und beobachte das Blubbern. Langsam, fast in Zeitlupe, läuft das Wasser über den Kaffee um dann als braunes, aromatisches Getränk in die Thermoskanne zu fließen. Ich schenke mir das belebende braune Getränk in meinen Kaffeebecher und trete hinaus in die noch frische Morgenluft und atme tief durch. Eine Ente kommt ganz nah heran.

Guten Morgen!
Guten Morgen!

Verschiedene Vogelstimmen, die ich zum Teil nicht kenne, sind fast die einzigen Geräusche auf dem Campingplatz. Nach und nach werden Reißverschlüsse aufgezogen, es wird mit Geschirr geklappert, Türen gehen auf und langsam erwacht der Platz zum Leben. In diesem Moment durchströmt mich ein unglaubliches Glücksgefühl! Eine Woche Urlaub liegt vor uns, Erholung, Entspannung und keine Termine.

Am frühen Freitag Nachmittag sind wir angekommen in Noordholland und wurden an der Rezeption des Campingplatzes „Sint Maartenszee“ sehr freundlich empfangen. Unseren Stellplatz hatten wir schnell gefunden und den Fluchtzwerg positioniert. Da kam auch schon Silvana. Ich wollte sofort das Meer sehen, häuslich einrichten konnten wir uns später noch. So machten wir uns zu dritt mit drei Hunden auf den Weg, der uns durch eine unbeschreiblich schöne Dünenlandschaft zum Strand führte. Es war wenig los, deshalb ließen wir die Hunde ohne Leine flitzen, obwohl das offiziell erst ab 19.00 Uhr erlaubt ist. Die Dame an der Rezeption hatte uns versichert, dass das kein Problem ist wenn wenig los ist und sich niemand gestört fühlt. Das perfekte Urlaubsgefühl kam auf, als wir im Strandpavillon saßen und Kaffee und Kuchen genossen. Herrlich!

Zurück auf dem Platz kamen gerade Reiner und Patricia mit den beiden Hunden an. Sie hatten unfreiwillig eine Stadtrundfahrt durch Amsterdam gemacht und waren ziemlich fertig.

Der Campingplatz

Der Platz liegt direkt gegenüber dem Eingang zum herrlichen Dünengebiet. Durch dieses Gebiet läuft man ca. 1 km zum Strand. Es kann passieren, dass man dabei an 3 schottischen Hochlandrindern vorbei gehen muss, die hier friedlich grasen. Angesichts der gewaltigen Hörner war mir immer daran gelegen, den empfohlenen Mindestabstand von 25 Metern auch einzuhalten. Direkt neben der Rezeption lud ein gut sortierter Spar Supermarkt zum Einkauf ein. Wer keine Lust auf Kochen hatte, konnte es sich im Restaurant des Platzes schmecken lassen.

 Das Sanitärgebäude war mit allem ausgestattet, was man sich nur wünschen kann. Besonders der große Spülraum mit ordentlich heißem Wasser wurde stark frequentiert. Waschmaschine, Trockner, Handwaschbecken und Wäscheständer, es fehlte hier an nichts. Toiletten und Duschen waren ausreichend vorhanden und immer sauber. Auf jedem „Örtchen“ hing ein Spender mit Desinfektionsmittel, vorbildlich, das habe ich noch auf keinem anderen Platz erlebt. In unmittelbarer Nähe befindet sich außerdem eine Pommesbude in der es auch „Kibbeling“ gibt, Pommes heißen in Noordholland übrigens“Patat“.

Kinder kommen auch auf ihre Kosten. Der Spielpark „De Goudvis“ ist fußläufig gut zu erreichen. Wenn das Wetter mal schlecht ist, können sich die Kleinen hier in auch in überdachten Bereichen austoben. An die Hunde wurde  ebenso gedacht : in der Nähe des Platzes gibt es ein eingezäuntes (ok, nur niedrig umzäunt, aber immerhin) Hundeauslaufgebiet in den Dünen, welches wir durch Zufall entdeckten (dazu später mehr).

Weitere Einkaufsmöglichkeiten gibt es in Schagen, ca 8 km vom Platz erntfernt. Hier bekommt man alles, was das Herz begehrt, ob Fahrrad oder Hundebedarf. Sogar einen Aldi haben wir entdeckt. Eine kleine Fußgängerzone lädt zum Bummeln und Shoppen in kleinen Geschäften ein.

 

Die Umgebung

Die Gegend um Sint Maartenszee ist geprägt von der herrlichen Dünenlandschaft zum Meer hin und zum Landesinneren blickt man auf riesige Tulpenfelder. Und nicht nur riesig, sondern jede Menge. Leider war die Tulpenblüte schon vorbei, ein paar vereinzelte haben wir doch noch gefunden.

Fast jeden Tag liefen wir durch die Dünenlandschaft ca. 1 km zum Strand. Sand und Wasser, soweit das Auge schauen konnte und oft hatten wir den Strand ganz für uns alleine. Herrlich, um die Seele baumeln zu lassen.

An einem Tag wollten wir dem kleinen Nachbarortort Petten mit seinen ca. 1500 Einwohnenrn einen Besuch abstatten. Wir beschlossen ein Stück durch die Dünenlandschaft zu laufen um den Rest des Weges am Strand entlang zu wandern. Eine gute Entscheidung, war hier die Dünenlandschaft völlig anders als auf der anderen Seite.

Es war wirklich sehr, sehr windig! Am Strand waren nur wenige Menschen unterwegs, meistens Hundebesitzer, na sowas. Die Hund mussten sich natürlich für ein paar Fotos zur Verfügung stellen!

Und dann tauchten „Holzstäbe“ am Strand auf, die uns völlig faszinierten! Trotz des kalten Windes hielten wir uns lange zum Fotografieren auf.

Zum Ende unserer Urlaubswoche wollten wir noch zum „Zwanenwater“. Auf einer Einkaufsfahrt hatten wir noch weitere Zugänge zur Dünenlandschaft entdeckt. Wir nahmen einen davon und nur nach wenigen Metern kam uns eine Gruppe Menschen mit freilaufenden Hunden entgegen! Wir waren in einem Hundefreilaufgebiet! Tolle Sache! Verzweifelt suchten wir den Eingang zum Zwanenwatergebiet, aber alles war eingezäunt, wir kamen nicht hinein.

Nach einem Blick auf die Karte von „komoot“ erkannten wir, dass es nur einen Eingang gibt. Bis dahin war es noch ein gutes Stück zu laufen. Voller Enthusiasmus verließen wir das Dünengebiet um an der Straße entlang zu laufen bis zum Eingang. Das zog sich ganz schön hin, sodaß die Autos geholt wurden und wir bis zum Eingang fuhren. Und dann folgte die größte Überraschung: Für den Eintritt in das Naturmonument mussten wir 2 Euro zahlen und Hunde durften nicht mit! sint maartenszee -04680Wir beratschlagten kurz und beschlossen, die Hunde im Auto zu lassen, da es bedeckt und eher kühl war. Den Eintritt bezahlten wir gerne. Und so machten wir uns auf den Weg, diese Oase in den Dünen mit dem angepriesenen Schmetterlingsparadies zu erkunden. Außerdem befinden sich hier die zwei größten Dünenseen Europas, der erste und der zweite See. Auf den zweiten See kann man nur aus der Ferne blicken, damit die brütenden Vögel ungestört bleiben. Blick auf den ersten See gibt es von verschiedenen Aussichtspunkten. Wir wurden nicht enttäuscht, ein wirklich grandioses Naturmonument.

Der 4,5 km lange Rundweg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es gab viele unbeschreiblich schöne Ausblicke, auch wenn wir Blaukehlchen und Löffler nicht angetroffen haben. Empfehlenswert.

Am letzten Tag unseres Urlaubes statteten wir dem kleinen, aber feinen Callantsoog einen Besuch ab. Wir konnten herrlich bummeln und durch viele klein Geschäfte stöbern. Ein Eis war an diesem warmen Sonnentag ein Muss.sint maartenszee -04960 sint maartenszee -04957Wie so oft wären wir gerne noch geblieben! Zum Schluß zeige ich Euch noch ein paar Eindrücke von der abendlichen Landschaft und einige Campingimpressionen.

 

Ich wünsche allen eine gute Zeit!

2 Kommentare

  1. Hi Birgit,
    du hast richtig schöne Bilder von unserem Urlaub mitgebracht. Gefallen mir außerordentlich gut. Scheint so, als ob du und die neue Kamera schon gut zueinander gefunden habt. :-)

    An deinem Bericht hat mir dein Einstieg besonders gut gefallen. Der hat mich sofort auf den Campingplatz gebeamt und mein morgendliches Ritual noch mal gedanklich erleben lassen.

    Nicht mehr lange und wir hören wieder die Reißverschlüsse öffnen und schließen, das Geschirr klappern, das Zünden des Gasgrills und das vergebliche Starten des roten Flitzers. 😛 😉

    Liebe Grüße
    Silvana

    1. Liebe Silvana!
      Ganz herzlichen Dank für deinen lieben Kommentar. Freut mich total, dass dir die Fotos und mein Einstiegstext so gut gefallen, dein Urteil ist mir besonders wichtig!
      Und jaaa, bald hören wir wieder die Reißverschlüsse, der Kaffeeduft zieht über den Platz und der rote Flitzer macht diesmal bestimmt keine Scherereien! 😉
      Ich bin total happy über dein Lob! Vielen Dank! Wir sehen uns Samstag in der Heide! 😊

      LG Birgit

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